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Editorial · Perspektiven auf KI & Arbeit

Wie prüfst du eine KI-Antwort, bevor du sie verwendest?

Torsten Schollmayer

Du fragst die KI, wie du ein Vorhaben angehen sollst. Die Antwort klingt schlüssig. Bevor du danach handelst, musst du wissen, welche Angaben stimmen und was die Antwort stillschweigend voraussetzt.

Eine Antwort braucht eine Prüfung. Linien führen von einem offenen Gedanken zu einem Haken.
Die Linien führen von der Antwort zur Prüfung.

Stell dir vor, du willst die Website deines Unternehmens erneuern. Du beschreibst der KI, was die Seite zeigen soll, und lässt dir einen Ablauf vorschlagen. Sie listet die Aufgaben auf und bringt sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Du könntest den Plan jetzt an dein Team geben. Offen ist aber noch, wer die Texte schreibt und wer die fertigen Seiten freigibt.

Was die Antwort voraussetzt

Vielleicht sieht der Ablauf vor, dass die Texte fertig sind, bevor jemand die Seiten gestaltet. Das passt, wenn du schon weißt, was du sagen willst. Sprichst du mit deinem Team noch über das Angebot oder die Zielgruppe, passt es nicht. Die Reihenfolge hängt an einer Voraussetzung, die in deiner Frage vielleicht gar nicht vorkam.

Geh den Plan Schritt für Schritt durch. Notiere bei jedem Schritt, was dafür schon geklärt sein muss und ob du es der KI gesagt hast. Du kannst die KI auch bitten, ihre Annahmen offenzulegen. Ob sie zu deinem Unternehmen passen, klärst du mit den Leuten, die die Arbeit kennen.

So prüfst du den Vorschlag

  1. Annahmen finden

    Der Plan setzt fertige Texte voraus. Das geht nur gut, wenn feststeht, was die Seite sagen soll.

  2. Angaben bestätigen

    Bilder und Texte sollen rechtzeitig da sein. Das bestätigen dir nur die Leute, die sie liefern.

  3. Folgen abschätzen

    Du willst einen Starttermin zusagen. Vorher klärst du, ob dein Team den Ablauf schafft.

Die Grafik greift das Website-Beispiel auf. Wie gründlich du prüfst, hängt davon ab, was du mit der Antwort vorhast.

Was sich überprüfen lässt

Als Nächstes prüfst du die Angaben, auf denen der Ablauf beruht. Dazu gehört etwa, ob die vorhandenen Bilder für die neue Website taugen und ob die Zuständigen die Texte bis zum geplanten Termin liefern können. Das klärst du mit den Unterlagen und im Gespräch mit deinem Team. Die KI noch einmal zu fragen, bestätigt nichts davon.

Oft gibt es mehrere vernünftige Wege. Frag deshalb nach dem Grund für die Reihenfolge, etwa warum die Texte zuerst fertig sein sollen und was sich verzögert, wenn du anders vorgehst. Passt die Begründung zu den Abhängigkeiten in deinem Projekt, kannst du diesen Teil übernehmen. Wo sie nicht passt, denkst du mit deinem Team weiter.

Wenn du dich irrst

Besprichst du den Plan zuerst im Team, ergänzen die anderen, was fehlt. Ein Fehler kostet dann wenig. Sagst du einen Starttermin zu, verlassen sich andere darauf. Kläre deshalb vorher mit deinem Team, ob Aufgaben und Termine zu schaffen sind. Überleg dir, wen ein Fehler träfe und was du später noch ändern kannst.

Weiterarbeiten kannst du, wenn die wichtigen Voraussetzungen geprüft sind und du benennen kannst, was offen ist. Gib die offenen Punkte zusammen mit dem Plan weiter, damit dein Team sieht, worauf es sich verlassen kann.

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